Vivere l'Italia - Italien erLeben. Ein persönlicher Reiseführer

 

 

Reisebericht Umbrien und Toskana 2007

6. Tag: Donnerstag, 09/08/2007

Heute geht es nach ASSISI, zum Heiligen Franziskus. Welcher der einzige Wirtschaftsfaktor der Stadt zu sein scheint. Alles - Tourismus (Pilger), Hotels, Souvenirläden, aber auch die architektonischen Attraktionen (die Kirchen) - begründet auf ihm. Er hat der Stadt zu Weltruhm verholfen; nach seinem Tod wurde Assisi zum Pilgerziel.
Der Trubel fängt schon kurz nach der Abfahrt von der superstrada an, in Santa Maria degli Angeli. Wo sich der Heilige einst gern aufhielt, erhebt sich heute eine gigantische Basilika. Davor befinden sich die ersten Souvenirläden, in eigens dafür errichteten Pavillons.
Von hier an geht es im Stop-and-Go-Verkehr bis nach Assisi hoch. Wo sich dann Souvenirladen an Souvenirladen reiht, mit der gelegentlichen Pizzeria dazwischen, zur Abwechslung. Auch Pilger müssen essen!
Und all die Touristen! Aus aller Herren Länder, aber der Großteil Italiener und Franzosen. Deutsche finden wir eher wenige.

Assisi Basilica di San Francesco Assisi Basilica di San Francesco
Der Komplex der Basilica di San Francesco Die Hauptfassade vom Ende des Oberplatzes aus gesehen

Aber die Stadt ist wirklich schön - quasi original erhaltenes Mittelalter. Auch dies dank San Francesco - nach ihm gab es nichts Wichtiges mehr in Assisi, somit wurde die Stadt nur unwesentlich umgebaut und erweitert, ihr mittelalterliches Stadtbild konserviert.
Eine echte Perle also, wenn man es schafft, die Souvenirläden zu ignorieren. Das ist in manchen Straßenzügen einfacher als in anderen, aber es rückt die Stadt in den Vordergrund. Und die lohnt wirklich einen Besuch.

Höhepunkt ist natürlich die Basilica di San Fancesco, dem Heiligen gewidmet und schon zwei Jahre nach seinem Tod, anlässlich seiner Heiligsprechung 1228, begonnen. Die dunklere, romanische Unterkirche gefällt mir besser als die gothische Oberkirche, aber beide sind sehr schön mit Fresken ausgeschmückt. Unübersehbar sind allerdings die Erdebebenschäden in der Oberkirche - ein Teil der Fresken ist zerstört.

Assisi Straße Assisi Straße Mittelalter
Assisi liegt tatsächlich am Hang, wie dieses Foto beweist Mittelalterliche Gebäude

Schön sind auch die Farben der Stadt, weiße und hellrote Steine, direkt vom Monte Subasio, an dessen Hang Assisi liegt. Aus der Ferne scheint Assisi weiß zu sein, aus der Nähe dann wird es rot. Die hellen Steine der Gebäude (die meisten Gebäude sind unverputzt) geben der Stadt ein fröhliches Bild, un'aspetto allegro.

Die Stadt ist langgestreckt, es scheint eine Ewigkeit zu dauern, bis man von S. Francesco endlich zum Hauptplatz, der Piazza del Comune, kommt. Vor allem mit einer schwangeren Frau im Schlepptau Und dabei geht es kontinuierlich bergauf.
Am Platz befindet sich der ehemalige Minervatempel, welcher Goethe so begeisterte. Hmm, die antiken Säulen sind wirklich schön, aber im barocken Inneren von Santa Maria sopra Minverva bin ich noch keine 30 Sekunden verweilt. Und das war schon fast Zeitverschwendung. Ist nicht meine Baustelle.

Assisi Piazza del Comune Santa Maria sopra Minerva Assisi Rocca Maggiore
Piazza del Comune und Kirche Santa Maria sopra Minerva Blick auf die Stadt und die Rocca Maggiore hoch über der Stadt

Unter dem Platz befinden sich die Ausgrabungen des Foro Romano, welche aber wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen sind.
Im Vergleich zur bisher zurückgelegten Strecke ist es fast ein Katzensprung bis zum Dom Assisis - natürlich weiterhin bergauf. Die Leute beäugen mittlerweile meine schwangere Frau teils mitleidig, teils mit Respekt. San Ruffino ist recht schlicht im Inneren, in einem Nebenraum befinden sich rund 20 Fresken, welche Johannes Paul II darstellen.

Endlich geht es bergab, zur Basilica di Santa Chiara (welche den Klarissenorden gegründet hat). Vom Platz vor der Kirche bieten sich herrliche Ausblicke auf die Stadt, die sich tief unten ausbreitenden Ebene und auf die Rocca Maggiore (Festung), zu welcher wir es leider nicht schaffen werden (Ich sage nur: "schwanger" und "bergauf").
Von hier aus gehen wir langsam wieder quer durch die Stadt, jetzt aber nur bergab, zum Auto zurück.

Assisi Duomo San Ruffino Assisi Basilica di Santa Chiara
Der Dom der Stadt Assisi: San Ruffino Bascilica di Santa Chiara

Abendessen gibt es im OSCANO, im Restaurant Turandot, welches sich im Schloss oben befindet. Das Restaurant kann durchaus (soll heißen: auf jeden Fall! - war ein schwäbisches Lob) empfohlen werden, einen vollen Geldbeutel sollte man allerdings schon mitbringen.
Aber meine Tagliate di Vitello war schon sehr in Ordnung, das lasse ich mir gerne was kosten!

Assisi Blick auf Stadt

Blick auf die Stadt von der Piazza Santa Chiara aus

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