Protestantischer Friedhof am Testaccio (Cimitero
Acattolico degli Stranieri di Roma) - 03.02.2006
Obwohl mir die Existenz des Friedhofes
bekannt war, bin ich nur durch Zufall hingekommen. Und
beeindruckt von diesem "unrömischen" Fleckchen der
Ewigen Stadt.
Während man durch das Eingangsportal
schreitet, tritt man in eine andere Welt ein. Das
"Draußen" dringt nur noch durch den
Lärm - Hupen, Sirenen, Produktionslärm der angrenzenden
Gewerbebetriebe - hinein.
Die Gedanken ändern sich schlagartig, man
wird ruhiger, besonnener, denkt an die Vergangenheit - kein
Wunder, denn man ist ja von Toten umgeben. Es ist angenehm,
zwischen den Gräbern herumzustreifen, zu entdecken, wer hier
alles begraben ist. Dichter, Journalisten, Prinzen, aller
Nationen. Und entsprechend abwechslungsreich sind die Grabsteine, wie
auch die auf ihnen eingehauenen Widmungen.
Der Friedhof ist sehr grün, mit alten Bäumen
bestanden. Fast ein Wald, in welchem sich dicht gedrängte
Grabsteine und Gräber befinden. Die bekanntesten und meistbesuchten Gräber sind wohl das von
August Goethe, der Sohn des deutschen Dichters ist nur als
solcher auf dem Grabstein verewigt (Goethe filius - Sohn
Goethes) und die Gräber der britischen Dichter Keats und
Shelley. Aber auch
Antonio Gramsci, berühmter italienischer Kommunist, liegt hier
begraben.
Das eindruckvollste Grabmal ist aber
sicherlich das des römischen Volkstribuns Gaius Cestius: es ist
eine Pyramide! Welche natürlich nicht zum eigentlichen Friedhof
gehört, aber von diesem aus gut zu besichtigen ist.
Zugang durch das Portal in der Via
Gaio Cestio, neben der Porta S. Paolo und der Piramide.
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