Man sieht Mailand an, dass es das
wirtschaftliche Herz Italiens ist. Auf den ersten Blick ist
Mailand nicht schön, die Stadt ist von Industriegebieten
umgeben, um ins Zentrum zu kommen, quält man sich über
verstopfte Autobahnen, Hochstraßen und durch ziemlich
hässliche Wohnquartiere. Auf den zweiten Blick, wenn man nach
halbstündiger Suche einen Parkplatz gefunden hat und endlich an
der Piazza Duomo aus der Metro steigt, wird
Mailand deutlich schöner.
Der Dom ist ein Meisterwerk der
italienischen Gotik und die viertgrößte Kirche der
Christenheit. Die Fassade - so sie denn nicht hinter
Gerüsten versteckt ist - wirkt sehr beeindruckend, aber nicht
erschlagend. Dem wirkt der sehr große Domplatz entgegen. An
einer seiner Seiten befindet sich die Galleria Vittorio
Emanuele II, quasi Mailands ältestes (und (einst)
exklusivstes?) Einkaufszentrum. Durch dieses hindurch gelangt
man zur Piazza della Scala, an welcher sich das
gleichnamige, weltberühmte Opernhaus befindet - leider
vom Platz durch eine viel befahrene Straße getrennt.
Überhaupt ist es der Verkehr, den man als
erstes von Mailand wahrnimmt, sei es durch die ungeheuerlich
vielen Autos, die überall herumstehen, sei es, durch die
ungeheuren Autoschlangen, welche sich durch die Stadt winden.
Nur in den wenigen verkehrsberuhigten und Fußgängerzonen
gelingt es, ihn zu verdrängen.
Es ist aber nicht das unscheinbare Teatro
della Scala, welches den Platz beherrscht, sondern der Palazzo
Marino mit seiner wuchtigen Fassade. Rechts von der
Scala, durch die Via Verdi kommt man zur Via
Brera, welches
einst das Herz des Mailänder Künstlerviertel war. Heute
befindet sich hier ein elegantes, für Mailand sehr ruhiges
Wohnviertel, mit vielen netten Läden, Restaurants und einer der
bedeutendsten Gemäldesammlungen Italiens, die Pinacoteca
di Brera.
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