Mit deutschen
Namen in Italien
Wer nicht gerade Paul (it: Paolo), Johann (it: Giovanni)
oder sogar Wilhelm (it: Guglielmo) heißt, wird in Italien
sicherlich ähnliche Erfahrungen gemacht haben, wie ich: "Come
ti chiami?!? - Wie heißt du?!?"
Italiener haben so ihre liebe Mühe mit deutschen Namen (die
Deutschen aber auch mit den italienischen),
anscheinend besonders mit meinem. Es gibt keine Entsprechung für
Torsten im Italienischen, daher können sie den Namen nicht
italienisieren.
Haben meinen italienischen Freunde schon früher Einfallsreichtum
bewiesen - man nannte mich Toast, il tipo tosto (der harte
Typ), Tostarello und weiß der Herr was noch, so schießt einer
meiner momentanen Vorgesetzten den Vogel ab - der Name hört sich
jedes Mal anders an. Geschmacksprobe gefällig?
- Torti
- Tofti
- Tosti
...
Ich meine sogar, einmal Cookie(?!?) gehört zu haben, möchte
dafür aber nicht meine Hand ins Feuer legen....
Nachdem mein Chef jetzt herausgefunden hat, dass Torsten mein
Vorname ist, er mich eigentlich aber siezt, kann ich absofort
darauf gespannt sein, was er mit meinem Nachnamen anstellen wird.
Die Suche nach einem
geeigneten italienischen für mich habe ich mittlerweile
aufgegeben. Am nächsten an Torsten kam immer Tonino, die
Verniedlichungsform von Antonio (Anton). Aber so heiße ich nun
mal nicht, allora niente, ich bleibe bei Torsten. Mit all
seinen Vor- und Nachteilen.
Einem
Studienkollegen, Wolfgang mit Namen, erging es meist
folgendermaßen:
- Come ti chiami?
-- Wolfgang.
- Come?
-- Wolfgang.
- Wolfang?
-- No, wolfgang. Con la "g".
- Ah, Wolfang.
-- No, Wolfgang, come Mozart.
- Ah, Wolfgang. Bastava dirlo subito! |
- Wie heißt du?
--Wolfgang.
- Wie?
-- Wolfgang.
- Wolfang?
-- Nein, Wolfgang. Mit "g".
- Ah, Wolfang.
-- Nein, Wolfgang, wie Mozart.
- Ah, Wolfgang. Warum hast du das nicht gleich gesagt? |