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Mit deutschem Namen in Italien
Schnee in Rimini
Schwäbischer Kebab in Italien
Krank
Leben in und um Mailand
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Leben in und um
Mailand
Die Mailänder arbeiten sehr viel. In der Stadt geht es immer
hektisch zu, vor allem morgens und abends. Die Züge sind voll mit
Männern und Frauen in Anzügen, die Metro quillt morgens regelmäßig
über. Leider geht sie auch öfters mal kaputt, sogar öfters als
in Rom. Aber nicht den Mailändern verraten, die mögen die Römer
nämlich nicht. Weil die Römer, die genießen ihr Leben, die
trinken ihren Kaffee langsam und verbrennen sich dabei nicht den
Hals wie die Mailänder, die den kochend heißen Kaffee auf einmal
runterschlucken. Man muss ja zur Arbeit, sonst nimmt einem jemand
die Arbeit weg. Und damit auch Geld, welches einem ja die
Statussymbole ermöglicht.
Während ich in Florenz auf den Gehwegen eine Überholspur einführen
wollte (weil die alle so lahm zu Fuß waren), kommt es hier schon
mal vor, dass ich es nicht schaffe, mit den Mailändern Schritt zu
halten. Und ich gehe für gewöhnlich mit flottem Schritt.
Jedenfalls ist es jeden Morgen ein Spektakel, zu sehen, wie die
Massen von Mailändern (ich schließe hier die Umlandbewohner mit
ein) aus den Zügen quellen und in höchster Geschwindigkeit der
Metro zuströmen. Dort quetschen sie sich in die Metro - Sardinen
haben mehr Platz in ihrer Dose! Und ich bin immer mitten drin.
Da Mailand eine wirklich hübsche Stadt ist (so wie Dortmund),
fliehen die Mailänder am Wochenende immer aus ihrer Stadt. Die
Pendler - meist ehemalige Mailänder - sind zwar schon draußen,
stecken aber jeden Arbeitstag im Stau. Die Mailänder dann am
Wochenende, schließlich fahren alle gleichzeitig weg und kommen
gleichzeitig wieder. Das Wochenende wird also im Auto verbracht.
Und die fahren hier wie die Sau, da alle Straßen ja flach und
gerade sind. Überholt wird also dauernd, egal wie schnell man fährt.
Die Poebene muss man sich wie ein einziges, riesiges Gewerbe- und
Industriegebiet vorstellen, an jeder Straßenecke steht eine
Fabrik. Da natürlich kein Arbeiter neben seiner Fabrik wohnen möchte,
schwingen sich alle am Morgen und am Abend ins Auto oder in den
Zug, um zur Arbeit oder nach Hause zu kommen. Was zur Folge hat,
dass die vorhandene Infrastruktur (v.a. Straßen und Eisenbahn) völlig
überlastet sind. Für neue Straßen ist aber kaum noch Platz, da
ja schon überall eine Fabrik steht. Die kann man ja kaum abreißen,
sonst verliert man ja den Arbeits- und Technologievorteil gegenüber
Süditalien.
Aber bei all dem sollte man nicht vergessen, dass die Mailänder
auch nur Menschen sind. Sie sind sympathisch, hilfsbereit und
freundlich. Das heißt, ich fühle mich wohl hier.
Wer hat ihn
nicht gesehen, den klassischen Horrorfilm von John Carpenter (The
Fog - Nebel des Grauens)? So ähnlich wie in jenem Film sieht es
um Mailand herum auch oft aus, minimale Sicht, alles feucht,
öfter mal zwei Wochen ohne Sonne, in denen der Nebel sich nur mit
dem Regen abwechselt.
Mailand im Regen muss man sich wie eine Stadt in der Sahara
vorstellen, wo es nur einmal alle Schaltjahre regnet: Alles
überflutet, nichts geht mehr.
Nur dass es in Mailand regelmäßig regnet, man könnte also
vorbereitet sein und die Straßen so bauen, dass das Wasser in die
Kanalisation abläuft und stehen bleibt. Interessanterweise sind
die größten und tiefsten Pfützen immer dort, wo man als
Fußgänger die Straße überqueren muss (also an
Fußgängerüberwegen). U-Bahnstationen stehen unter Wasser,
ebenso Teile des Hauptbahnhofs. Eine Metrolinie ist blockiert, die
Züge haben massenhaft Verspätung, überdachte Bahnsteige gibt es
nicht (in Magenta). Das ist relativ zäh. Wie gesagt, eigentlich
müsste man ja gewappnet sein, hier regnet es ja oft und viel.
Was ich vergessen habe, über die Mailänder zu erzählen: Wie in
ganz Italien werden Namen grundsätzlich gekürzt, aus Valentina
wird Vale, aus Alessandro Ale, aus Claudia Cla, aus Domenico Nico
oder nur Ni, wie auch aus Nicola. Aber hier im Norden wird auch
noch der Artikel zum Namen hinzugefügt, also La Claudia. Eine
Valentina hat einen Mann namens Alessandro, wenn man also von den
beiden spricht, also "die Valentina und der Alessandro haben
keine Zeit" dann wird das zu "la Vale e l'Ale non
hanno tempo". Kein weiterer Kommentar.
PS: Ich wollte noch erwähnen,
dass Mailand nicht so schön ist wie Dortmund. Auf den zweiten
oder dritten Blick finden sich tatsächlich wirklich nette Ecken,
das Zentrum, um den Dom herum, ist sehr schön und einladend.
Mailand ist also schon eine Reise (wenn auch eine kurze) wert,
wenn man sich etwas Mühe macht, die Sehenswürdigkeiten zu suchen
(man überzeuge sich davon hier).
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